Homöopathie bei Tieren

von Christiane P. Krüger, Christiane P. Krüger, Prakt. Tierärztin und Heilpraktikerin Klass. Homöopathie:

Homöopathie erfreut sich auch in der Tiermedizin immer größerer „Beliebtheit“. Gleichlaufend entwickeln sich Mißverständnisse und Gefahren durch ungenügende Sachkenntnis in der Anwendung homöopathischer Mittel.

In den meisten Tierzeitschriften wird mehr oder weniger fachkundig über homöopathische Heilweisen reportiert. Auf dem Futtermittelmarkt für Pferde gibt es bereits Präparationen mit Zusätzen homöopathischer Mittel. Und im Handel befinden sich „Komplexmittel“ (zusammengesetzt aus einer Mixtur mehrerer potenzierter Mittel) oder auch „Einzelmittel“ für bestimmte Krankheiten mit Gebrauchs- und Dosierungsanweisungen, die manchem verantwortungsvollen und gewissenhaften Homöopathen die Haare zu Berge stehen lassen…

Die Homöopathie Hahnemanns Samuel Hahnemann entwickelte vor ca. 200 Jahren die Homöopathie zu einem wissenschaftlich begründeten Heilsystem mit strengen und verbindlichen Vorschriften für ihre Anwendung, welche heute noch dieselbe uneingeschränkte Gültigkeit haben wie früher – bei Mensch und Tier in gleicher Weise.

Das Studium der Homöopathischen Medizin erfordert mindestens denselben Aufwand wie ein Medizinstudium an der Universität – mit dem einen Unterschied: Der Homöopath hat nie zu Ende gelernt, es gibt immer wieder neue Aspekte homöopathischer Arzneien und der dazu passenden Vielfalt des Lebens.

Grundprinzipien der Homöopathie Das Grundprinzip der Homöopathie lautet: „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ – oder lateinisch ausgedrückt „Similia similibus curentur“ das Simile-Prinzip.

Die in der Arzneimittelprüfung an gesunden Menschen erzielten Ergebnisse wurden genauestens protokolliert und bilden die Grundlage der Arzneimittelbilder. Diese beinhalten die „homöopathischen Zeichen und Symptome“ und sind zusammengefaßt in der Arzneimittellehre und systematisch aufgelistet in Nachschlagewerken, dem Homöopathischen Repertorium. Es gibt mehr als 1000 homöopathisch geprüfte Arzneimittel und ca. 2000 wenig oder nicht geprüfte Mittel.

Das Bild des Patienten – die „Gesamtheit seiner Symptome“ (eruiert in der homöopathischen Fallaufnahme oder Anamnese) – muß in Beziehung gesetzt werden zu den Arzneimittelbildern. Das dem Patienten ähnlichste Mittel – das Simillimum – wirkt dann als spezifisches Heilmittel für den Patienten.

Nach Hahnemanns Definition ist beim kranken Menschen die Lebenskraft „verstimmt“ und muß durch das passende Heilmittel wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Demzufolge ist die Stärke, die Intensität der homöopathischen Arznei, der Lebenskraft des Patienten anzupassen. Das geschieht durch das homöopathische Potenzieren oder Dynamisieren, welches „Kraft-Freisetzen“ bedeutet: Je höher die Potenz einer Arznei, desto stärker und genauer ist die Kraft ihrer Wirkung.

Das Potenzieren homöopathischer Arzneien ist ein quantenphysikalisches Phänomen, das nach dem derzeitigen Stand der physikalischen Wissenschaft noch nicht nachvollzogen werden kann. Darin liegt die Ursache der Anfeindungen der Homöopathie durch die Hochschulwissenschaft. Aber was wir (noch) nicht wahrnehmen oder experimentieren können, schließt dessen Existenz nicht aus. Früher wurde auch die Erkenntnis verteufelt, die Erde sei eine Kugel oder die Sonne sei das Zentrum unseres Planetensystems. Der Mond ist „rund und schön“, auch wenn „unsere Augen es nicht seh‘n“.

Simile und Potenz in der Homöopathie Doch zurück zum Simile-Prinzip. An Hand eines Bildes läßt sich das Simile-Phänomen am einfachsten nachvollziehen: Stellen wir uns einen fest verwurzelten Baum als Inbegriff der Gesundheit vor. Jetzt kommt ein schwerer Sturm auf und bringt den Baum zum Umstürzen. Damit er wieder in die Senkrechte und ins Gleichgewicht kommt, benötigt er eine ganz bestimmte Kraft: Nicht die Kraft der Sonne zum Wachsen oder den Regen, um seine Wurzeln zu befeuchten, oder etwa Dünger, um sein Wachstum anzuregen – nein, er braucht den entsprechenden Wind von der anderen Seite, und zwar in genau derjenigen Stärke, die nötig ist, ihn in die Senkrechte zu bringen und dort festzuhalten.

Der „Wind von der anderen Seite“ entspricht dem optimal passenden homöopathischen Mittel, dem Simillimum, die „Windstärke“ der optimal angepaßten Potenz der Arznei, die gleichsam das Defizit an Lebenskraft des Baumes „auffüllt“ und ihn wieder zum „Stehen“ bringt und ihm die Kraft vermittelt, sich selbsttätig wieder fest zu verwurzeln.

Natürlich könnte er auch mit Hilfe eines Krans aufgestellt und sein Stamm mit einer Stütze künstlich fixiert werden. In diesem Falle würde aber die Gefahr bestehen, daß er durch den nächsten Windstoß wiederum aus dem Gleichgewicht gerät.

Diese Maßnahme würde etwa einer schulmedizinischen Manipulation entsprechen, welche aber die Lebenskraft – die körpereigene Abwehr – ignoriert und unbeeinflußt läßt.

Dieses Bild ermöglicht auch den nächsten Schritt zum Verständnis der Homöopathie: Wenn also der Baum durch den „Wind von der anderen Seite“ in angemessener Stärke sein Gleichgewicht wiedererlangt hat, d. h. wenn es dem Patienten besser geht, dann muß dieser „Wind“ eingestellt werden, d. h. die Arzneimittelgabe muß aufhören!

Bekommt der Patient dagegen weiterhin die Arznei, so führt das zwangsläufig dazu, daß „der Baum“ zur anderen Seite umfällt, d. h. der Patient wird durch ein übermäßiges Zuviel an Arznei wiederum krank oder er macht gar eine Arzneimittelprüfung durch. Das heißt also, die Dosierung einer homöopathischen Arznei richtet sich nach der Reaktion des Patienten! Darum gilt es, ihn genauestens zu beobachten. In der Homöopathie gilt nicht das gewohnte „Viel hilft viel“!

Hier liegen die Gefahren, wenn Homöopathie durch Ungeübte oder nach Rezeptangaben angewandt wird: Die Auswahl des Simile, seine Potenz und die Häufigkeit der Gabe muß streng individuell dem einzelnen Patienten angepaßt sein. Packungsangaben oder manche Literaturhinweise wie „drei- bis viermal täglich über drei Wochen“ führen zu Fehlschlägen in der Therapie! Dies sei nur ein kleiner Hinweis auf fehlerhafte Anwendung homöopathischer Arzneien.

Die effektivste Methode der Homöopathie besteht also in der absolut zielgerichteten Anwendung homöopathischer Einzelmittel. Das kann jedermann ganz einfach nachvollziehen: Wollen wir auf einer 100 Meter entfernten Zielscheibe ins Schwarze treffen (gleichbedeutend für das Anwenden eines genau passenden Mittels zur Heilung des Patienten, das Simillimum in optimal passender Potenz), dann sollten wir ein passendes Gewehr mit Zielfernrohr benutzen – und nicht eine Schrotflinte in der Hoffnung, eines der Schrotkörner möge bitte ins Schwarze treffen; die „Schrotflinte“ steht für zusammengesetzte oder Komplexmittel, in denen also mehrere für eine Krankheit mögliche Mittel zusammengemischt sind.

Hier ruht der feine Unterschied zwischen Schulmedizin, organbezogener und auch KomplexmittelBehandlung gegenüber der Homöopathie Hahnemanns mit Einzelmitteln – der sogenannten Klassischen Homöopathie.

Die letztere, die Homöopathie Hahnemanns, stellt die Individualität des Patienten in den Vordergrund; es geht darum, „den Menschen“ zu heilen, nicht darum, Krankheiten bzw. Symptome zu beseitigen.

Übrigens hat Hahnemann die homöopathische Therapie auch für Tiere angewandt und empfohlen.

Anwendung der Homöopathie am Tier Alle Vorschriften der Homöopathie für Menschen gelten genauso auch für Tiere. Dabei ist es gleichgültig, um welche Tierart es sich handelt. Auch die Menge der Arznei für Tiere spielt keine wesentliche Rolle: Wie an den vorstehend erwähnten Veranschaulichungen zu erkennen, handelt es sich bei der homöopathischen Arznei nicht um einen chemisch definierten Wirkstoff, der einen bestimmten „Blutspiegel“ erzeugen soll, sondern vielmehr um eine Art Information, welche die „verstimmte Lebenskraft“ des betreffenden Organismus ins Gleichgewicht bringen soll. Daher ist die Anzahl der Tropfen oder Globuli für ein Meerschweinchen nicht anders als für ein Pferd!

Auch beim Tierpatienten muß eine genaue Fallaufnahme – Anamnese – stattfinden, welche nicht nur die Art der Krankheit erfaßt, sondern auch die Art und Weise (Modalitäten), wie, wann, seit wann, warum und wo der Patient leidet und welche evtl. Begleiterscheinungen und Gemütsverfassungen dabei auftreten.

In chronischen Krankheitsfällen ist eine „konstitutionelle Verschreibung“ erforderlich, welche auch die „Persönlichkeit“, das Verhalten und das soziale Umfeld des Tieres berücksichtigt: Ist es von freundlicher oder abweisender Stimmung, liebevoll entgegenkommend oder aggressiv, eine „Führungspersönlichkeit“ oder eher ein „Duckmäuser“, gehorsam oder aufsässig, kann es auch einmal allein zu Hause bleiben oder nicht. Ferner müssen „Emotionen“ wie Angst, Zorn, Traurigkeit, Durchsetzungsvermögen und andere Faktoren des Sozialverhaltens sowie das soziale Umfeld seiner menschlichen Begleiter erfragt werden.

Eine derartige Anamnese übersteigt bei weitem das Spektrum der hochschulorientierten Verhaltenswissenschaft; die sich weitgehend darauf beschränkt, das Verhalten von Tieren in „erwünschte“ und „unerwünschte“ Kategorien einzuteilen. Natürlich wird jeder Tierbesitzer „sein“ Haustier mit entsprechenden menschlichen Attributen belegen. Das kommt der Veterinär-Hömöopathie in gewissem Sinn entgegen, steht doch der homöopathisch arbeitende Tierarzt vor dem – im Vergleich zur Schulmedizin – paradoxen Problem, Arzneiwirkungen bzw. Arzneimittelbilder vom Menschen aufs Tier übertragen zu müssen. Die Klassischen Homöopathen sind in der Veterinärmedizin leider noch recht dünn gesät.

„Der Schuß ins Schwarze“, das zielgerichtete Simillimum, kann bei Tieren genauso wie beim Menschen nicht nur bei schulmedizinisch „austherapierten“ Fällen, sondern sogar bei von vornherein totgesagten Patienten noch Heilerfolge bringen – wie in den beiden folgenden Fällen dargestellt ist.

Beispiele homöopathischer Therapie bei Tieren

Leukose bei einer Katze: Der fünfjährige, grau getigerte Kater Chiko ist seit zwei Tagen apathisch, schlapp und mag weder fressen noch trinken. Am Tage zuvor, Sonntag, war er von ein paar Kindern mit einem Stock geplagt worden. Ob da ein Zusammenhang zu seiner Erkrankung bestehen könne?

Der Besitzer war mit seinem Tier am Montag bei einem schulmedizinisch arbeitenden Tierarzt gewesen, der eine Leukose diagnostizierte und prophezeite, Chiko werde in den nächsten Tagen sterben; wegen Unheilbarkeit dieser Erkrankung riet er zum Einschläfern.

Der Besitzer wollte sich damit nicht abfinden, zumal der Kater vor wenigen Tagen noch munter und fröhlich gewesen war, und sucht nun – Mittwoch – homöopathische Hilfe. „Chiko ist seit Montagmorgen träge und apathisch, er kann sich kaum auf den Beinen halten. Er erscheint mir wie Zusammengeschrumpft, wie nach einem Schock. Am Montagabend gab ich ihm auf eigene Faust Arsenicum album C 30. Daraufhin schien er mir etwas besser zu werden, hat sogar einen Bissen

gefressen und ein Schlückchen getrunken. Besonders in der Nacht ist er in der Wohnung herumgetigert und immer wieder an seinen Trinknapf gegangen. Am Dienstag ging es ihm wieder ein wenig schlechter als am Abend zuvor. Er ist jetzt sehr schwach, will aber trotzdem immer wieder ein wenig trinken. Er vermeidet den Kontakt zu uns und verkriecht sich an dunkle Plätze. Sonst möchte er bei jeder Gelegenheit auf meiner Schulter sitzen.“ Soweit der Bericht des Besitzers.

Die klinische Untersuchung des Tieres bietet keine Anhaltspunkte außer deutlich knotig geschwollenen Lymphknoten am Kieferwinkel – wie es oft bei Leukose beobachtet wird. Der Kater bekommt drei Globuli Arsenicum album in einer höheren Potenz ins Maul; denn die C 30 war für solch eine schwere Erkrankung zu schwach gewesen.

Bereits am nächsten Tag geht es Chiko besser, er frißt und trinkt normal. Im Laufe der folgenden Tage zeigt er keinerlei Krankheitssymptome mehr.

Fünf Wochen später scheint sich ein Rückfall anzubahnen; darum bekommt er nochmals eine Dosis Arsenicum album C 200. Anschließend strotzt er vor Gesundheit, gibt sich wie früher als „Macho“ und vertreibt erfolgreich alle fremden Kater aus seinem Revier. Seit fünf Monaten geht es ihm nun uneingeschränkt gut.

Die wegweisenden Symptome des Katers sind die plötzlich auftretende übermäßige Schwäche, das „häufige Verlangen nach kleinen Schlückchen Wasser“, die „Ruhelosigkeit nachts“, die ihn „von einem Platz zum anderen treibt“ und schließlich auch die Leukämie.

Wenn Chiko nochmals einen Rückfall erleiden sollte, braucht er lediglich erneut eine Dosis hochpotenzierter Arsen-Kügelchen.

Dieser Fall steht für viele ähnliche. Auch die FIP/FIV – das sogenannte Immunschwäche-Syndrom der Katzen („Katzenaids“) -‚ ebenfalls als unheilbar angesehen, kann in vielen Fällen ähnlich erfolgreich nach den Regeln der Klassischen Homöopathie therapiert werden, wenn die Erkrankung nicht schon allzu weit fortgeschritten ist.

Schulmedizinisch unheilbare Lahmheit bei einem Pferd: Die braune Stute Granada, Bayerisches Warmblutpferd, war ein gutes Hobby-Turnierpferd und wurde auf ländlichen Turnieren im Springsport sehr gefordert, bis sich im Frühjahr 1994 eine chronische Lahmheit einstellte, die jeder schulmedizinischen Therapie trotzte. In einer Pferdeklinik wurde durch Röntgenaufnahme eine Knochenzyste im linken vorderen Fesselgelenk festgestellt und dem Besitzer wegen der Aussichtslosigkeit einer Therapie zur Schlachtung des Pferdes geraten. Die beiden Pflegerinnen protestierten und kauften die Stute zum Schlachtpreis. Die Lahmheit trat in wechselnder Stärke auf: Im Sommer und bei warmem Wetter hinkte Granada weniger.

Die homöopathische Anamnese im Februar 1995 ergab nichts besonderes – außer der Tatsache, daß Granada meistens bei Wetterwechsel, bei kaltem Wetter und am schlimmsten bei Sturm und vor Gewitter lahmte. Außerdem hatte sie eine deutliche Entzündung mit Erguß in der Sehnenscheide der Beugesehnen des linken Vorderfußes, die deutlich druckschmerzhaft war, aber schon, seit langer Zeit bestanden haben soll. Außerdem fiel den Besitzerinnen Granadas Unruhe bei gewittrigem Wetter auf, ein keineswegs häufiges Phänomen bei Pferden. „Schmerzen in den Sehnen“, „in Knochen“, „schlimmer bei Wetterwechsel“, „schlimmer bei Sturm“ und „schlimmer vor und während Gewitter“ sind Schlüsselsymptome für das Arzneimittelbild von Rhododendron, der Alpenrose.

Granada bekommt im Februar 1995 erstmals eine Gabe einer Hochpotenz von Rhododendron. Vier Wochen später kommt der Bericht, Granada könne wesentlich besser laufen; nur manchmal lahme sie noch am Anfang des Reitens, das werde aber im Laufe der Bewegung besser. Im Laufe des Sommers wurde keinerlei Lahmheit mehr beobachtet.

Im September 1995 verschlimmerte sich der Zustand wieder. Durch erneute Röntgenaufnahme wurde festgestellt, daß die Knochenzyste noch unverändert vorhanden war, und den Besitzerinnen wurde vom schulmedizinischen Tierarzt wiederum zur Tötung des Pferdes geraten. Bisher konnte Granada aber uneingeschränkt geritten werden. Sie benötigte also die zweite Gabe derselben Potenz von Rhododendron. Ca. zehn Tage später ging die Stute wieder „klar“ und konnte bis zum Frühjahr 1996 problemlos geritten werden.

Im Mai 1996 benötigte sie wegen erneuter Lahmheit vorn links die dritte Gabe von Rhododendron. Seither geht es Granada gut; seit 15 Monaten kann die Stute nun ohne Probleme geritten werden.

Resümee Die Homöopathie ist spätestens dann gefragt, wenn die Schulmedizin mangels Therapiemöglichkeiten aufgeben muß. Dazu gehören auch Krankheiten des allergischen Formenkreises, z. B. Hautausschläge und Ekzeme bei Hund, Katze und Pferden und anderen Tieren, ebenso allergische Atemwegserkrankungen, insbesondere beim Pferd („Dämpfigkeit“). Auch die meist durch Überanstrengung entstandenen chronischen Lahmheiten der Pferde, die häufig zur Unbrauchbarkeit des Tieres führen, sprechen meist besser auf eine „klassische“ homöopathische Therapie an als auf Schulmedizin.

Die Reihe der chronischen Krankheiten bei Tieren, die einer homöopathischen Therapie zugänglich sind, läßt sich beliebig fortsetzen. Leider werden diese Möglichkeiten der Homöopathie vielfach unterschätzt. Natürlich gibt es auch Grenzen in der Homöopathie: Diese liegen sicher zum großen Teil in der Erfahrung und homöopathischen Kenntnissen des Therapeuten, weiterhin in der Fähigkeit des Tierbesitzers, dem Homöopathen genaueste Auskunft über seinen Kameraden zu geben. Das setzt natürlich eine intensive Beziehung zwischen Tierbesitzer und seinem Tier voraus. Ferner ist manchmal eine gute Portion Geduld von Seiten des Tierbesitzers notwendig; denn in vielen Fällen gelingt es nicht immer, mit der ersten Arzneigabe gleich das optimale Simillimum zu treffen, denn Tiere können uns nicht mitteilen, ob ihre Erkrankung z. B. durch eine Art von Kummer, durch Kränkung oder durch beständigen Streit in der Familie der Besitzer oder überwiegend durch Überanstrengung ausgelöst wurde. Aber in vielen Fällen gelingt es – auch manchmal mit etwas Mühe das richtige Mittel zu finden. Der Aufwand lohnt sich: Immerhin sind auch die Kosten für eine homöopathische Therapie in der Regel wesentlich geringer als für eine Operation in einer Tierklinik.

Die Beschreibung einer „konstititionellen“ homöopathischen Therapie und ihres Verlaufs erscheint in einer späteren Ausgabe.